Sammelwut.

29. November 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Gerade wieder ein Rezept ausgeschnitten, Bild raufgeklebt. Als leidenschaftlicher Amateur ist man ja immer auf der Suche nach Kreationen, aber mehr denn je, lese ich ein Rezept und kreiere daraus etwas Neues. Rezepte von gestern, für den Hunger von morgen. Natürlich gib es sogar Apps für die eigene Datenbank, aber spätestens wenn der Fond über das IPad fliesst oder die Mousse auf das IPhone tropft, ist der Spass vorbei und man wünscht sich die Papierform wieder. Letzte Woche hab ich doch tatsächlich Rezepte entdeckt, die ich bereits mit 10 Jahren aufgeschrieben habe. Alter Profi eben – früh sammeln, später ernten. Grosses Kino. Auch Kochbücher kann man nie genug haben. Mein neuste Errungenschaft „Saucen nach Escoffier“ von Romeo Brodmann inklusive Widmung und Fachsimpelei mit dem Autor. Freue mich auch schon auf mein Weihnachtsgeschenk „Genussvoll vegetarisch“ von Ottolenghi, von dem mein Dad sagt, es wären so komische Rezepte drin. Fleischfresser bleibt eben Fleischfresser.

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Wenn ich ein Produkt wär.

27. November 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Gutes Personal zu finden ist schwierig. Oder auch nicht, wenn man die richtigen Fragen stellt im ersten Gespräch. In den letzten Wochen bin ich mit den ungewöhnlichsten Fragen in Vorstellungsgesprächen konfrontiert worden.  Ich weiss nicht, ob das Mode ist oder den Zeitgeist widerspiegelt, jedoch sagt die Fragenauswahl eine Menge über den Fragenden aus. Als Quereinsteiger, und sozusagen Nichtschwimmer, muss man immer mit einer Überraschung rechnen. Da ich nicht alle aufzählen kann, habe ich die beste herausgepickt. Wenn Sie ein Produkt wären, wie würde dieses Produkt (mit einem Wort) heissen? Je nach Stimmungslage, denkt man zuerst an Mars oder Snickers, vielleicht auch an Red Bull, Nutella oder Calgonit. Nun ja, ich habe mich sofort als quadratischen Tetrapak oder kartonartiges Gebilde erkannt. Quadratisch, praktisch, gut. Aber ob ich jetzt Apfelsaft, Flüssigseife oder Waschmittel war, ist mir entfallen.

Source: Freddy Leck

Siri.

26. November 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Die schwedische Kurzform von Sigrid (sigr = der Sieg, fridr = schön). Schön ist das Gerät definitiv, aber ein Sieg über die Technik? Laut Eigenwerbung versteht sie, was Du sagst, was Du meinst und macht, was Du willst. Eigentlich zu viel des Guten, oder? Wiedergabe der gestrigen Konversation zwischen Siri und meinem Mann.

User: „Wie werde ich Millionär?“
Siri: „Entschuldigung, ich verstehe Millionär nicht.“
User: „ Wie werde ich reich?“
Siri: „Es tut mir leid, ich befürchte ich kann das nicht beantworten.“
User: „Arschlecken.“
Siri: „Kein Grund gleich ausfallend zu werden.“

Source: Spiegel

Brüder, zur Auster, zum Hummer.

26. November 2011 § Ein Kommentar

Vergangene Woche war ich in Berlin. MvH würde jedenfalls so seine Kolumne anfangen und gegen Jahresende darf ich das wohl auch mal wagen. Aber nicht nur in Berlin, drehte sich für mich alles ums Essen und Kochen – auch die Igeho in Basel wusste sich in Szene zu setzen und meine Ausbildung am Richemont ging ebenso weiter. Wer über Essen spricht, redet unweigerlich über sich selbst. Darum geht es ja in einem Blog, nicht wahr? Selbstbeweihräucherung und Seelenstriptease. Zurück zu Berlin. Einige wunderbare Konzepte und Shops rund ums Essen gefunden, die mich inspirierten und verführten. Die Werkstatt der Süsse oder Goldhahn und Sampson (mein Favorit) waren genauso spannend wie Coledampf und das Kochhaus. Tolle neue Ideen, die sich jedoch nicht immer gleich gut umsetzen lassen. Frau muss irgendwie ihren eigenen Weg finden. Dabei aber noch ein wahnsinnig witziges Buch über ostdeutsche Essgewohnheiten gefunden. Wir waren Vielfrasse, assen aus Lust und Frust, aus Begeisterung und Verzweiflung, aus Langeweile und Angst, nicht genug zu kriegen. Also schnell noch eine gute Curry bei Konnopke runtergedrückt und ab zur „Operation Bratkartoffel. Ein Kochduell mit Eltern und Freunden im Landkreis Dahme-Spreewald. Und das war mehr als aufschlussreich, denn traditionelle, ostdeutsche Zubereitungen mischten sich mit französischen Zutaten und Rezepten. Bei Rotkäppchen Sekt gab es keinen Klassenkampf sondern nur Klassenmampf. Gewinner gab es keinen, die ostdeutsche Bratkartoffel kam ebenso gut an wie meine französische La Ratte mit Thymian und Salbei. Mein Gastpreis war jedoch ein Geschirrtuch von Rewatex von 1976, unbezahlbar und sensationell. Ach ja, und Bambina hab ich auch gekauft. Schmeckt immer noch wie früher.

11.11.11.

12. November 2011 § Ein Kommentar

Was wird da nicht alles hinein interpretiert. Die Zahl 11 gilt als Chiffre für Masslosigkeit und Sünde. Sie überschreitet das, was anhand der zehn Finger des Menschen und der Zehn Gebote fassbar ist. Eine Menge Leute mit Kurzzeitgedächtnis heiraten, ein paar Verrückte metzgen und finden, dass sich Metzgen und Heiraten ziemlich ähnlich sind. Es gibt 11% Rabatt im Detailhandel und ein Zürcher knackt den Jackpot bei Euro Millions und gewinnt 84 Millionen Franken. Mein persönlicher Glückstag ist es alle Mal, denn auch ich hab das grosse Los gezogen.

Sparfuchs.

8. November 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Zu diesem Tier gibt es kein Wikipedia. Ja, geht denn das? Ist der Fuchs nur schlau, weil er soviel spart oder spart er sich wohl schlau? Keiner weiss es wirklich. Sicher ist nur, Vorbereitung ist die Mutter der Porzellankiste und auch für ein Time-out gilt dies selbstverständlich.  Man kann tausend Tage bequem zu Hause sein, doch sobald man vor die Tür tritt, beginnen die Schwierigkeiten – sagt schon ein chinesisches Sprichwort. Sprich, man braucht Geld. Ich habe mir ja dieses Jahr eine Menge Freiheit gegönnt. Und Freiheit ist die Summe aller Abhängigkeiten, auf die man verzichtet. Verzicht auf Fremdbestimmung, Lohnsklaverei, Hochgeschwindigkeitsreisen, Marketinggequatsche, Meetings, hastig verzehrte Sandwiches zum Mittagessen. Freies Leben gegen radikalen Konsumverzicht. Höhepunkt ist dann die aktuelle Kreditkartenabrechnung.

Wo geht’s zum Gate?

1. November 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Gerade bin ich viel an Flughäfen. Nicht etwa zum fliegen, nein zum abholen. Fliegen war gestern, heute ist warten. Warten auf Leute die fliegen und sich dabei fühlen wie in „Love actually“ beim Ankommen. Frauen schieben Koffer gross wie Kühlschränke, Kinder halten Blumen und zappeln, Businessmenschen sprechen zu imaginären und onlinen Gesprächspartnern und finster aussehende Taxifahrer streifen umher. Der Witz ist, ich hole Freunde und Verwandte im Ausland ab. So stehe ich in Belgrad oder Lyon und schaue dem bunten Treiben zu, welches ich nicht eine Sekunde vermisse. Früher hastete ich durch dutzende Flughäfen pro Monat und glaubte, das wäre alles super wichtig. Und siehe da – es geht auch wunderbar ohne.

Wo bin ich?

Du siehst dir momentan die Archive für November, 2011 auf die kantine an.