Ein paar Analysen.

26. Oktober 2011 § Ein Kommentar

Trotz meiner ausgesprochen kommunikativen Ader bin ich ein Zahlenfreak. Ich liebe Statistiken, nicht nur beruflich. Sehe ich irgendwo eine Studie mit tollen Grafiken und Säulendiagrammen kennt meine Freude keine Grenzen mehr. Nach 105 Artikeln darf frau auch mal zurückschauen. Immer diese Jahresrückblicke und dann auch noch im Oktober! Ist eben wie mit den Lebkuchen, die man schon zu kaufen kriegt jetzt. Also zurück zum Wesentlichen. Durchschnittlich wird mein Blog 320 mal im Monat aufgerufen. Auch an den Tagen, wo ich nicht schreibe, scheint es Leser zu geben, die Lust auf einen kurzen Tagebuch-Snack haben. Bisher konnte ich den „verkehrsreichsten“ Tag, den 16. Mai 2011 nicht toppen. Ist ja auch kein Wunder – Bocuse ist eben spannender. Fremde schreiben mir oder suchen nach „Matignon“ oder „Brunoise“. Von meinem Blog aus wird der „Single Speed“ Link am meistens geklickt, vielleicht sollte ich einen Werbevertrag machen. Danke, an alle 3236 Besucher dieses Jahr. Freut mich echt.

Balkanbeats Vol. 3.

25. Oktober 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Eigentlich wollte ich noch soviel über die Ferien schreiben, aber der Alltag hat mich wieder fest im Griff. Für Angefressene empfehle ich die gleichnamige CD und meinen Favoriten „Opa cupa“. Wir fuhren 3000 km quer durch Süd- und Osteuropa und transportierten dabei 21 Liter Alkohol. Morgens um 9 eine Weinprobe, sowie einen Slivo um 10 – ist ja nur einer, der geht schon. Wir tanzten Kolo und amüsierten uns prächtig. Nichtdestotrotz darf man dem selbstgemalten Balkan-Bilderbuch nicht glauben. Europa ist weit weg und dies ist keine Frage der Kilometer.

Balkanbeats Vol. 2.

19. Oktober 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Es kommt nicht darauf an, in welchem Land oder in welcher Kultur man zu Besuch ist. Wenn man Gast in einem Friseurladen ist, reduziert sich die Welt der Frauen auf die wesentlichen Dinge. Schönheit ist in jeder Frau und ein Profi, weiss um die Tricks, die es braucht. Ob ich hier in der Mitte Serbiens oder in Chile, Alaska oder Dubai sitzen würde, spielt keine Rolle. Die ausliegenden Frauenzeitschriften, die Art der Musik, die Gespräche und Handgriffe sind die gleichen auf der ganzen Welt. Nur das Styling variert und lässt die Unterschiede der Kulturen erahnen. Die Handtücher trocken überall, die Frage ist nur wie.

Balkanbeats Vol.1.

15. Oktober 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Hier ticken die Uhren noch anders. Es darf geraucht, getrunken und geschossen werden. Ob oben in den Bergen, wo die wilden Bären wohnen und glücklichen Hühner vor den Defender laufen oder in den Dörfern, wo alte Zastava, Lada oder Skoda rumfahren. Kaum bin ich angekommen, werden brave Jungs zu schiesswütigen Freaks und ich mach Fitnessübungen mit dem Schlagstock. Die hauseigene Alarmanlage wird durch spionageartige, rudernde Bewegungen getestet. Oceans Eleven auf Serbisch. Ein Sljivo in Ehren kann niemand verwehren und ein Schwein essen ist sowieso Verpflichtung. Tito schaut auf mich herab. Heute habe ich zudem einen Gastschreiber, meinen Schwager – here you go:

Trotz serbischer Wurzeln, bin ich immer wieder aufs neue, von der hiesigen Kultur entzückt wie auch angenehm schockiert. Nach einem turbulentem Flug inmitten Schweizerdeutsch sprechenden Jugos, von Walliser- über Züri bis hin zu Baslerdeutsch mit krassen Jugo-Nuancen begleitet, lande ich in Belgrad. In meines Bruders Landrover über Belgrads Autobahn-Baustellen-Dschungel, bestückt mit unsinnig dekorativ dastehenden Polizisten in kommunistisch anmutenden Uniformen, geht’s über alte kreativ, verlöcherte Landstrassen zu Mama und Papas Haus. Dort angekommen werden wir sofort mit einer in die Luft abgefeuerten Schrottflinten-Symphonie empfangen. Nach der obligatorischen Umarmung, beginnen wir mit der Fleischfressorgie in fünf Akten, nur unterbrochen von Sljivovic Degustationen und Begutachtung der heimeigenen Waffenkiste. Zwischen den Gängen weitere Schrottflinten-Luftschüsse im Garten, begleitet von Elkes elegant anmutenden Schlagstock-Fitness-Übungen. Da werden die Urinstinkte eines jeden Schweizer Jugos geweckt.

Der Glanz ist ab.

13. Oktober 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Es gibt Orte, die kennt man seit seiner Kindheit und verbindet sie mit alten Filmen. So einer ist Capri oder „Peter und Conny singen auf dem See, wir wissen aber nicht mehr wo“ oder eben der Ballermann für Reiche – der Wörthersee. Diese Orte können sich weiterentwickeln oder vom Glanz der alten Tage zehren. Toll war es noch in den 80ern, wo alle aussahen wie Sascha Hehn. Man stolzierte mit Goldkettchen über die Promenade, die es heute nicht mehr gibt, weil man nur noch über Privatgrundstücke an den See kommt, alles geschlossen hat und verrottet. Sowieso ist alles privat, hinter grossen Hecken und Toren verschlossen. Und so machen Herr und Frau Doktor Ferien im Marbella von Österreich, spielen Tennis, segeln und reden über die gute, alte Zeit.

Vom Mountain Eagle und anderen Vögeln.

12. Oktober 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Anderen beim Leben zuschauen, macht Spass. Menschen geben ungewollt tiefe Einblicke in ihr Seelenheil. Am Tisch nebenan, zwei Unzufriedene, die ihre Probleme mit in die Ferien nehmen. Sie – verknautscht grün, die besten Jahre hinter sich und ihn belauernd. „Du ernährst Dich total ungesund.“ Er – unbeholfen, eigentlich sportlich aussehend, schlank für sein Alter, aber eigenartig desillusioniert. Isst vermutlich während der Arbeit soviel fettige, ungesunde Sachen, das es kracht. Da werden Weine halbvoll verkorkt, Gänge ausgelassen. Der arme Kerl: „Ich hab mir ein Käseomelette bestellt.“ Sie: „Bist Du verrückt?“ Und das um 9 Uhr morgens. Da hilft nur eins, rauf auf den Berg, weit weg. Und so spaziert der Stadt-Spatz mit dem Mountain Eagle durch die Dolomiten. Wer den Eagle kennt und weiss, dass er zweimal hintereinander den Niesen hoch rennt, kann sich vorstellen, dass dieser Spaziergang kein leichter war. Da pfeift der Spatz aus allen Löchern.

Die Welt des Unbewussten.

3. Oktober 2011 § Ein Kommentar

Die Kunst ist weiterhin mein Begleiter. Seit „Midnight in Paris“ haben es mir die Surrealisten angetan. Wer Adrien Brody in der Rolle des Salvador Dalí sieht und das Genuschel über Rhinozerosse phantastisch findet, kann auch die neue Ausstellung in der Fondation Beyeler geniessen. So stehe ich vor „Schwäne spiegeln Elefanten wider“ und denke mir, was der trinkt, will ich auch. Auch Meret Oppenheims „Weisse Damenschuhe mit Papiermanschette auf ovaler Metallplatte“ passt mir sehr gut, hat ja irgendwie einen Bezug zum Essen. Sigmund Freud hätte seinen Spass.

Wo bin ich?

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