Chemiebaukasten.

28. September 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Fuchs sein reicht nicht. Man muss sich auch auskennen im Wald. Dachte ich und meldete mich für eine Ausbildung als Ernährungsfachfrau an. Kochen ist die eine Sache, Kalorien die andere. Ich werde zwar auch zukünftig mit viel Butter und Rahm kochen, sowie fette Weine trinken, aber ich brauch irgendwie mehr Hintergrundwissen. Wissenschaftlich fundiert und mit Papier, wie sich das so gehört eben. Und so lerne ich nicht nur, dass es 7000 kcal weniger braucht, um 1 kg abzunehmen, sondern auch eine Menge Chemie. Glucose und Fructose sind Monosaccharide, ergeben aber in Kombination Saccharose, sprich Haushaltszucker. Glucose und Galactose ergeben Lactose, Eiweiss besteht aus Aminosäuren, von denen neun nicht von unserem Körper produziert werden können. Schon mal von nahrungsinduzierter Thermogenese gehört? Die Auflösung für das Foto unten: Eine Nusspackung und eine Tüte Gummibären haben einen Energielevel und Kalorienwert wie ein ganzer Korb Gemüse. Aber wer isst schon 8 Äpfel, 3 Kartoffeln und ein Kilo Möhren auf einmal?

Der Kühlschrank als Apotheke der Gefühle.

23. September 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Tagesreflektion – zwischen Facebook Zukunft und Einstein, der wohl doch nicht so schlau wahr. In diesem Falle war es wohl nicht der Kühlschrank, sondern eher die Vorratskammer. Was erschreckt mich eigentlich mehr? Die tote Maus in der Konservendose oder das die Franzosen jetzt nicht mal mehr auf den Markt gehen, sondern Dosenfutter löffeln? Séverine, die junge französische Hausfrau, die ihrem berufstätigen Ehemann grüne Bohnen kochen wollte. Hier stinkt irgendwas gewaltig und das ist nicht die tote Maus, die gut konserviert ruht. Hausfrau und Dosenfutter, in einer Zeit wo grüne Bohnen am Strauch wachsen? Da möchte ich mal Ihre Apotheke ähm Kühlschrank sehen.

Flammkuchen fatal.

15. September 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Es gibt Tage, da verspeist man den Bären, und Tage, da wird man eben vom Bären verspeist. In diesem Falle war der Bär ein elsässischer Flammkuchen von Dr. Oetker. Damit verstiess ich gleich gegen mindestens drei der zehn Gebote, pardon 64 Gebote der Nahrungsmittelaufnahme. Meide Produkte, die mehr als fünf Zutaten enthalten, mit Zutaten, die kein Drittklässler aussprechen kann oder Zutaten, die man sich nicht unverarbeitet in der Natur vorstellen kann. Hmm.

Hier also der Inhalt: Weizenmehl 23%, Crème fraîche, Wasser, Zwiebeln 9,5%, 7,9% Rohschinken (Schweinefleisch, jodiertes Speisesalz, Zucker, Dextrose, Maltodextrin, Gewürze, Gewürzextrakte, Extrakt Rosmarin, Rauch), 7,9% gewürzte Bauchfleischstreifen (Schweinefleisch, jodiertes Speisesalz, Maltodextrin , Zucker, Dextrose, Gewürze) pflanzliches Öl, Backhefe, jodiertes Speisesalz, Zucker, modifizierte Stärke, Raucharoma, Aroma (enthält Weizenbestandteile), Petersilie, Milchsäure, Muskatnuss, Laktose, Pfeffer.

Das Ding besteht fast buchstäblich nur aus Stärke, Stabilisatoren, Füllstoffen und Aromen (?). Pures Gift, aber trotzdem lecker. Da ich aber fast Selbstversorger, Bäcker, Milchhüsli und Koch in Einem bin (Gärtner fehlt noch), darf ich mir auch mal einen Bären gönnen. Der Hase folgt dann nächste Woche.

Das Biest – Teil II.

13. September 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Es lebt. Nicht wie bei Stephen King, aber doch irgendwie unheimlich. Mein erstes Brot mit 50% gezüchtetem Sauerteig war eindeutig des Guten zu viel. Aber ich fütterte fleissig weiter, um meinem Teig das „brechreizartige“ zu nehmen. Brot zwei war schon angenehmer, jedoch aufgrund 100% Roggen so nahrhaft, dass eine Scheibe Brot für den ganzen Tag sattmacht. Dagegen ist jeder Powerriegel ein Weichei. Mittlerweile habe ich mir das gute Buch von Richard Bertinet zugelegt und bin zuversichtlicher. Ich werde wohl noch einmal von vorn anfangen, diesmal mit Weizen als Starter. Und mir einen Praktikumsplatz in einer Bäckerei besorgen.

Das Biest.

8. September 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Keine Panik, wir reden jetzt nicht über Märchen. Auch wenn sich mein Biest, letztendlich in etwas Schönes verwandeln kann. Aber zurück zum Anfang. Eine in Deutschland lebende Schwedin, die zudem einen „Bread Exchange“ führt, hat mich darauf gebracht mit Sauerteig zu experimentieren. Macht heute kein Mensch mehr, geschweige denn die Bäcker, weil es soviel Zeit und Geduld braucht, die man in unser schnelllebigen und wahnwitzigen Ereignisspirale einfach nicht mehr hat. Leider gibt es auch nicht viele, gute Bücher über das Thema, so dass ich mein Wissen aus verschiedenen Quellen beziehen musste. Spannend war das auf jeden Fall, las ich doch in meinen Kochbüchern und artverwandter Literatur, über den sogenannten „Biga“, den vor allen Dingen die Italiener benutzen. Der allerdings über 3 Wochen gefüttert werden muss. Als ungeduldiger Mensch sind schon 3-5 Tage Vorbereitungszeit eine Menge. Schwups – ein bisschen Roggenmehl plus Wasser verrührt und abwarten. Im Wort kommt ja bereits „sauer“ vor und so roch es dann auch nach 3 Tagen. Essig und Milchsäure gaben eine hervorragende Kombi, die irgendwie nach Moppelkotze aussah und roch wie Erbrochenes. Als ich das Biest freiliess, dachte mein Mann, die Nachbarin würde wieder was Komisches kochen. Allerdings nur bis er die Tür aufmachte und herausfand, das unsere Wohnung irgendwie merkwürdig roch. Teil 2 folgt.

Drive@earth.

2. September 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

„Es sind die kleinen Dinge, die Mitsubishi gross machen“ – so hiess der Slogan von Mitsubishi im Jahre 1997 und ich kann nur sagen, die Jungs haben Recht. Der Colt ist, wollen wir mal festhalten, ein typisches Frauenauto. Zumindest so positioniert. Die moderne Frau von heute mit Cappuccino und Gipferli, lächelnd von früh bis spät, weil die Doppelbelastung durch Beruf und Familie so einfach zu stemmen ist. Ich bekam den Colt als Ersatzwagen und cruiste munter drauflos. War schnittig, flink und gut zu handhaben. Das perfekte Frauenauto, dachte ich. Bis ich mit 80 km/h auf die Autobahn fuhr und das Anschnallzeichen deutliche und penetrante Signale sendete, dass ich mich doch gefälligst anschnallen solle. Aber ich war doch angeschnallt! Konzentration, Ursache finden, Augen auf.  Es war gar nicht meine Anzeige, sondern die vom Beifahrer. Was war passiert? Eine durchschnittlich gefüllte Frauenhandtasche, mit geschätzten 2-3 kg lag auf dem Beifahrersitz…und der Sensor erkannte ein…was eigentlich? Tolle Technik liebe Ingenieure, aber ein bisschen übers Ziel hinaus.

Source: Mitsubishi

Für heisse Schenkel.

1. September 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Täglich werden wir mit 3’000 Werbebotschaften, offensiv oder versteckt, konfrontiert. 95% davon betrachten wir nur im Vorbeigehen. Bei vorliegendem Beispiel blieb ich jedoch etwas länger stehen. Und dies nicht, weil das Poulet so lecker aussah. Ganze Heerscharen von Marketingleuten beschäftigten sich mit der Psychologie der Werbung und sehen oft den Wald vor lauter Bäumen nicht. Es braucht nur vier einfache Dinge: Sprache, eine Geschichte, Symbole und die Sinne. Hmm, nun ja – ist wohl hier nicht so einfach, wie es scheint. Warmhaltestation mit Selbstbedienung klingt nicht gleich sexy wie über dem Holzkohlegrill geröstetes Freilandpoulet mit Rosmarinmarinade oder so. Es suggeriert mir keinerlei Frische, da Warmhalten per se irgendein aufgeschobener Prozess ist. Und Selbstbedienung erinnert mich daran, dass ich es eilig hab, aber schnell doch noch was zwischen die Beisser schieben möchte. Da bleibt der Schenkel kalt und meine Sinne auch.

Wo bin ich?

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