Grosses Kino.

28. Juli 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Fernsehen ist ja mittlerweile besser als Kino. Das beweisen nicht nur die ausgezeichneten TV-Serien, sondern auch die Unverschämtheit der Kinobetreiber, wenn es um die Preisgestaltung geht. Ich glaube, mein Kinobedarf ist ziemlich gedeckt, seitdem ich für den letzten Harry Potter in 3D, 46,- Franken für zwei Personen zahlen musste. Sind die noch ganz dicht? Da braucht man sich nicht wundern, wenn die „Erwachsenen“ nicht mehr ins Kino gehen. Vollgeschmierte Sitze, Popcorn in jeder Teppichpore, schmatzende und schwatzende Teenager und strengriechende Nachbarn. Für dieses Geld kann ich sechs Filme auf Apple-TV ausleihen oder zwei DVDs kaufen. Fernsehgebühren kosten nur 24,- Franken im Monat und obwohl wir die BBC natürlich nicht finanzieren, muss ich sagen, dass die neue Sherlock Serie der absolute Hammer ist. Die FAZ meint dazu: „…ein postmoderner Dandy, mit allen Wassern des digitalen Know-hows gewaschen und einem Bonmot-Talent im Format von Oscar Wilde gesegnet. Er ist die radikale Aktualisierung des Meisterdetektivs…“ Nächsten Sonntag geht’s weiter.

Source: ARD

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Studieren macht hungrig.

27. Juli 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

In alten Zeiten hätte man gesagt, ich würde studieren. Auch ohne Uni geht das nämlich. Reisen bildet und Lesen sowieso. Wieso muss man heute auch eine Uni besuchen, wo das Wissen der Welt im Netz ist? Wo Wissen meist schon veraltet ist, bevor es überhaupt den Weg zur Schulbank findet? Schon Goethe sagte: „Ja, ich sehe wohl ein, dass man ein ganzes Leben studieren kann und am Ende doch noch ausrufen möchte: Jetzt geniess ich erst“. Mach ich ja auch irgendwie. Genuss ist leicht und belastet nicht. Wo wir wieder beim Thema sind. Je mehr ich mich mit den Herstellungsprozessen von Nahrungsmitteln beschäftige, um so schwerer fällt das Einkaufen. Man sollte nichts essen, was die eigene Grossmutter nicht als Essen erkannt hätte oder nichts kaufen, das Stoffe enthält, die ein normaler Mensch nicht im Kühlschrank hat. Ist nicht von mir, sondern von Michael Pollan, einem amerikanischen Publizisten. Zurück zum leichten Genuss, der zu etwa 60 % aus Fett und Zucker besteht. Dagegen ist selbst Schoko-Sahnetorte ein Diät-Wunder.

Source: Foodwatch

Brot und Spiele.

25. Juli 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Nichts macht mich zufriedener als Brot backen. Dieses Kneten, Warten, Gedeihen, Verarbeiten macht mich ruhig und lässt mich darüber nachdenken, dass die Menschen schon vor tausenden von Jahren dieses Grundnahrungsmittel hergestellt haben. Und so backe ich fast jede Woche das eine oder andere Brot und Brötchen. Wenn ich auf Reisen bin, fehlt es mir am meisten, ob in Frankreich oder Asien. Iss viel Brot, trink wenig Wein – geht nicht wirklich, aber zur Not geht der Käse auch ohne Brot. Und wenn ich mein Brot selber backe und knete, weiss ich wenigstens was drin ist.  Ohne Emulgatoren, die den Teig maschinenfreundlich und voluminös machen. Ohne Phosphate, welche die Porengrösse steuern oder Bräunungsvorläufer, die Röstaroma erzeugen.

Anständig essen.

21. Juli 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Über das parallele Bücherlesen haben wir hier ja bereits gesprochen. Im Moment mache ich mir das Leben äh Lesen wieder besonders schwer. Als Foodie bin ich natürlich nicht nur am Gourmet-Essen interessiert, sondern auch am ganzen Drumherum. Und dazu gehört natürlich auch die Tierhaltung, auf die man unweigerlich stösst, wenn man sich damit beschäftigt, die qualitativ besten und frischesten Zutaten zu bekommen. Wann habe ich die letzte Tomate gegessen, die saftig, fruchtig war und nach Sommer schmeckte? Wo sind die leckeren Aprikosen, die einem nicht den Pelz auf die Zunge treiben? Gute Metzger muss man in meiner Stadt mit der Lupe suchen. Wohlbemerkt, ich bin kein „Gutesser“, aber mittlerweile würde ich gerne meine eigenen Hühner oder zu mindestens ein Schaf auf dem Balkon haben. Bisschen eng, schätze ich. Also lese ich, „Tiere essen“ von Jonathan Safran Foer und „Anständig essen“ von Karen Duve. Foer musste ich nach einem Drittel weglegen und die Aussage trifft wohl zu, dass wenn man dieses Buch ganz liest, nie wieder ein Stück Fleisch isst. Das wollte ich mir ersparen. Duve ist praktikabler und humorvoller, weniger missionarisch. Trotzdem lerne ich eine Menge. So zum Beispiel, dass alle Grippeviren von Vögel stammen, dass Legehennen und Mastgeflügel nicht das Gleiche sind oder dass ein Huhn in einer Legebatterie nur einen A4 grossen Platz hat. Männlichen Küken werden entsorgt, da sie weder Eier legen noch für die Mast geeignet sind. Die Kuh ist gezwungen jedes Jahr ein Kalb zur Welt zu bringen, damit wir genug Milch haben. Ach ja, Kalb muss immer gut durchgebraten werden. Und die intelligenten Schweine zeigen in Tests geistige Leistungen, die jene von dreijährigen Kindern übertreffen. Vielleicht nicht die perfekte Ferienlektüre, aber für Interessierte ein Leckerbissen.

Internet macht doof.

20. Juli 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Eine Tatsache heutzutage. Natürlich gilt dies nicht für mich, ich schreibe ja eher und lese, hmm. Nur wie, würde ich meinen Wissensdurst ohne all die Online-Zeitungen und Newsportale stillen? Ich erinnere mich an alte Fotos aus den 60ern oder 70ern. Wichtige, alte Männer von Stapeln an Tageszeitungen umgeben. Forscher der Columbia University haben jetzt bewiesen, dass unser Gehirn nichts mehr lernt und dass wir das Internet als persönliche Datenbank missbrauchen. Sogar der IQ sinkt – um bis zu zehn Punkte. Es ist unsere Uhr, der Atlas, die Schreibmaschine, das Telefon, Radio und Fernseher sowieso. Schon mal von Marshall McLuhan gehört? Schlauer Mann. Erzählte bereits 1960 vom globalen Dorf und das Medien, die Art wie wir denken, beeinflussen werden. Google arbeitet tatsächlich an einer künstlichen Intelligenz. Tolle Aussichten. Skynet lässt grüssen.

Braveheart.

18. Juli 2011 § Ein Kommentar

William Wallace nicht zu verwechseln mit Wallace & Gromit, hat die Schotten in die Schlacht gegen die Engländer geführt. Es gibt noch mutige Leute. So auch Freunde von mir, welche mich am Wochenende eingeladen hatten. Beherzt und der ganzen Bocuse-Story mit Nichtachtung getrotzt, sind sie in die Küchenschlacht gezogen und haben gesiegt. Das perfekte Dinner besteht eben nicht nur aus Essen. Aber aus viel Gelächter und tollen Gesprächen. Zeitweilig waren wir so laut, dass man sein eigenes Wort nicht mehr verstanden hat. Den Hasen des Hauses, hätte ich nach Mitternacht beinahe entführt – er konnte jedoch durch den beherzten Griff der Gastgeberin gerettet werden. Mehr Einladungen bitte!


Evakuierung der Seele.

9. Juli 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Eine Freundin von mir feiert heute eine Geburtstagsparty zu ihrem 40sten. Soll man sich freuen oder lieber heulen? Denn wie schon Sally in Harry & Sally sagte: „die 40 lauern auf mich in einer dunklen Sackgasse“ und durch diese hohle Gasse müssen wir irgendwann alle. 40 sind die neuen 30 erzählt uns jeder, nur glaubt das kein Mensch und schon gar nicht eine erwachsene Frau. Es gibt neue Zeitschriften, TV-Serien, Kosmetiklinien und eine Menge Botox für unsere Zielgruppe. Aber keine einzige Creme, die das Altern aufhalten kann. Da hilft nur glücklich sein und nackt baden, eine Schneefrau bauen, Geldscheine verbrennen, Zigarre rauchen, am Lagerfeuer singen oder was Euch sonst noch so einfällt.

Wo bin ich?

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