Schweinehitze.

28. Juni 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

In Reykjavik sind aktuell 12 Grad. Bei uns nur leichte 20 Grad mehr. Wer wird denn da meckern? In meinem virtuellen Privatjet düse ich mal schnell nach Island und nehme das Schwein mit. Denn Schweine können nämlich nicht schwitzen – die armen Säue. Ich würde mich also in der blauen Lagune wälzen mitsamt Schwein. Halt, nee doch nicht, ist ja heiss, weil ein Schwefelbad. Das nächste Meer ist leider auch 890 km weit weg. Da hilft nur noch das Schwimmbad. Bei 60 Liter Urin pro Freibad und schreienden Kleinkindern jedoch nicht der richtige Platz für mich. Weiterschwitzen.

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Déformation professionnelle.

27. Juni 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Mit Erwartungen umzugehen und auf diese entsprechend zu reagieren – ist eine der spannendsten Aufgaben im beruflichen als auch persönlichen Umfeld. Meine Mitmenschen haben das Gefühl, nur weil ich sechs Wochen auf der Kochschule in Frankreich war, würde ich jetzt 3-Sterne-Menüs aus dem Hut zaubern. Aber ja doch, mach ich mit links, balanciere noch dabei und lächle. Bullshit. Auch ein Kochlehrling ist nach der Lehre noch kein richtiger Koch, oder? Da heisst es üben, üben, üben – auch für mich. Im Moment hab ich zwar den Kochzwang und versuche alles besonders gut zu machen, jedoch falle ich in den letzten Tagen vermehrt durch „unangebrachte Anwendung der Berufserfahrung und des erworbenen Fachwissens“ auf. Nachsitzen!

Berg und Tal.

21. Juni 2011 § Ein Kommentar

Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal höher als 2000 m im Berg war. Lang, lang ist’s her. Gegenüber winkt mir der Weissmies, den ich vor fünf Jahren bestiegen habe. Kommt mir eine Ewigkeit vor. Jedoch, trotz schwacher Kondition, schaffe ich 550 Höhenmeter in 1 Stunde 25. Ist eben doch eine mentale Sache, das mit dem Bergwandern. Wie die Chinesen schon sagen: Steigst du nicht auf die Berge, so siehst du auch nicht in die Ferne.

Mit mir ist gut Kirschen essen.

18. Juni 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Es hätte auch heissen können: Ostdeutsche Erntehelfer für Kirschernte gesucht. Hat es aber nicht, sondern es war ein reiner Freundschaftsdienst. Nach dem ersten lahmen Arm habe ich mich dann für die Qualitätskontrolle entschieden. Erste Wahl, zweite Wahl, zum Einmachen und so weiter. 45 kg später war die Luft ganz schön draussen. Aber den ganzen Tag, den Wind und die Sonne auf der Haut zu spüren, ist einfach unvergleichlich. Kindheitserinnerungen.


Was ist Kunst?

17. Juni 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Dieser Frage und ihrer diversen Interpretationen stellen sich sicher eine Menge Menschen. So auch in Basel, in der diese Woche die weltgrösste Kunstausstellung der Welt stattfindet. Kunst für Millionen, Bratwürste für alle – und wenig Glamour in Basel. Denn eigentlich, müsste man dieser grossartigen Messe eine ebenso glanzvolle Gegenwelt bieten. Fehlanzeige – denn Basel fehlt einfach ein Hauch Miami. Zurück zur Kunst. Kunst kommt von Können; wenn sie von Wollen käme, müsste sie Wunst heißen. Diese Woche hab ich eine Menge Wunst gesehen. Das mag daran liegen, dass mein Speicher irgendwie voll mit Eindrücken und Gelerntem der letzten sechs Wochen voll ist. Kann aber auch sein, das diesmal einfach nichts Spannendes dabei ist. Also selbst Kunst kreieren, am besten gleich vor Ort.

Ende gut, alles gut.

11. Juni 2011 § Ein Kommentar

Nach 240 Stunden kochen, backen und Tortentürme basteln, bin ich um viele Erfahrungen und über 1000 Fotos reicher. Hab zwei Uniformen verdreckt, mich verbrannt und zuviele Pfannen abwaschen müssen. Ich suchte Ratatouille und fand das Schweigen der Lämmer. Essen ist Form, Geschmack und Farbe. Der Rest ist Erfahrung und Kreativität. Suppe liegt mir, Fisch eher nicht, Mayonnaise wird auch in Zukunft bei mir nicht serviert und Hühner kann ich jetzt von Kopf bis Fuss verwerten. Kann ich jetzt besser kochen? Keine Ahnung, das müssen andere beurteilen. Aber ein paar Tricks aus der Profikiste bringe ich natürlich mit. Und das Gefühl für Temperaturen, den richtigen Umgang mit den Werkzeugen und die Erkenntnis in der Küche nicht zimperlich zu sein. Letztendlich bin ich die gleiche Person, ob innerhalb oder ausserhalb der Küche. Organisiert, strukturiert, nicht detailversessen, aber interessiert die Sache bestmöglich zu machen. Ich mag Gerichte, die klar und einfach sind, ohne Schnickschnack auskommen und mit überraschenden Geschmacksnoten daherkommen. Das Bäckerhandwerk liegt mir und überraschender Weise die Pâtisserie. Das Schlusswort des Chefs: Your interpretation of the kitchen is very funny, but you cook good. 

Die Franzosen.

8. Juni 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Sind schon merkwürdige Leutchen, diese Gallier. Klauen die Crossaints von den Österreichern und machen daraus savoir-vivre. Und Boulangerie Viennoise kommt ja wohl auch nicht aus der Gegend, ebenso wenig wie Crème anglaise oder Crème bavaroise. Dann nennen sie den Greyerzer, Schweizer Jura, weil bei ihnen der Greyerzer ein schlechtes Image hat. Weiterhin denken sie, dass Skandinavier nicht kochen können oder besser gesagt, dass diese nicht die neuen Trends bestimmen. Ist schon komisch, wenn man sich die ersten drei Plätze des Bocuse d’Or anschaut. Sie haben die schönsten Zeitungskioske in Europa, aber ohne internationale Zeitungen. An den schlechten Service hab ich mich nach sechs Wochen sowieso schon gewöhnt, da fall ich nicht so schnell um.


Wo bin ich?

Du siehst dir momentan die Archive für Juni, 2011 auf die kantine an.